Konzept

1. Vorwort
2. Warum eine TKA Grundschule in St. Georgen
3. Das Besondere an unserem Konzept
4. Was uns wichtig ist
5. Die pädagogischen Ideen/Grundlagen/Prinzipien
5.1 Wissenschaftliche Basis und Background
5.2 Beispiele aus der Praxis
5.3 Übergänge sanft gestalten
5.5 Die achtungsvolle Beziehung als Grundlage des Lernens
5.6 Die Bedeutung der Gruppe für die Kinder und das Lernen
5.7 Schul und Unterrichtsklima Schulhaus und Umgebung
5.8 Achtsamkeit im Hinblick auf die ideellen und materiellen Ressourcen
6. Lernverständnis
7. Übersicht über die Organisation des Schulalltags
8. Lehrplan/Lernfelder/Inhalte
9. Schulaufnahme/Beiträge


Beispiele aus der Praxis



Ein erfolgreiches Beispiel für eine neu gegründete Privatschule mit Schwerpunkt auf der musischen Erziehung ist die Atonschule in München. Diese Schule wird von Prof. em. Dr. Rolf Oerter, Fakultät für Psychologie und Pädagogik, LMU München begleitet. Die Weiterführung der Schule ist vom bayerischen Kultusministerium genehmigt. Die Atonschule betont die musische Förderung als zentralen Aspekt ihres Programms. Die Kinder können schon im ersten Schülerjahrgang mehrstimmige Kanons richtig singen, eine Leistung, die sonst in dieser Altersklasse noch nicht auftritt. Sie erfinden Melodien und Texte und nutzen Ihre Kompositionen für Theaterstücke und Adhoc-Präsentationen. Fast jedes Kind spielt ein Instrument und nutzt sein Können im Schülerorchester. Der Tanz schließlich wird regelmäßig gepflegt, zum einen als Element des Unterrichts, wo der Eindrücke verschiedener Fächer gestaltend aufgreift, zum anderen als Bestandteil von Musik und Theaterspiel. Die Kinder erfinden selbst Tänze und kleiden sich entsprechend der Intention des Tanzes. Sie werden unter fachkundiger Anleitung gefördert und bei ihren eigenen Tanzkreationen beraten. Auch im Bereich von Zeichnen, Malen und Werken sowie in der Förderung von Bewegung und Sport wendet die Atonschule viel Zeit auf. Das schulische Leistungsniveau erfüllt die im Lehrplan geforderten Ziele und liegt insgesamt etwas höher als das der Vergleichspopulation. Das Schulklima zeichnet sich durch Lernfreude, Wissbegier und selbständiges Arbeiten auf der einen Seite und durch fürsorgliches, unterstützendes und agressionsfreies Verhalten der Kinder auf der anderen Seite aus. Für die musische Erziehung steht neben den Lehrerinnen und Lehrern eine Reihe von Experten zur Verfügung. Die Kinder erfahren Anregungen aus unterschiedlichster Perspektive. Sie werden in die besonderen Eigenschaften von Musikinstrumenten eingeführt, lernen die Noten kennen, setzen sich mit dem Rhythmus auseinander und erfahren auch etwas über die physikalischen Schwingungen von Tönen. Musik und Tanz sind in den Alltag wie selbstverständlich eingebettet. Texte und Zahlbeziehungen, wie das Einmaleins, werden auch musikalisch verarbeitet. Neuerdings ist aufgrund vielfältiger positiver Erfahrung das Prinzip des Hereinholens von Experten in den Unterricht in der Diskussion. Die Atonschule praktiziert dieses Prinzip erfolgreich seit Beginn ihres Bestehens. Experten bieten zwei Vorteile: Sie verfügen über die erforderliche Kompetenz und sie wirken für die Kinder authentisch, weil sie beruflich ihr Fach vertreten und außen, „im wirklichen Leben“, ihr Gebiet in der einen oder anderen Form praktizieren. Das Bekanntwerden mit einem größeren Spektrum von kompetenten Erwachsenen vermittelt dem Kind etwas von der Breite unserer Kultur, macht sie neugierig und schafft neue Erfahrungen, die ohne Hinzuziehen von Experten nicht möglich wären. Mit der im Hause befindlichen TKA TanzKunstAkademie St. Georgen verfügen wir exakt über diese Experten als Referenten. Wir werden die dort vorhandenen Ressourcen an Fachpersonal und Materialien auch in den Unterricht an der TKA Grundschule einbringen. Ein weiteres Beispiel ist die bereits oben im Zusammenhang mit den Pisa-Studien erwähnte Helene-Lange-Schule in Wiesbaden. Diese legt den Schwerpunkt der künstlerischen Ausbildung auf theaterpädagogische Ansätze. Die Helene-Lange-Schule (HLS) ist seit der Pisa- Studie so bekannt wie kaum eine andere Schule in Deutschland. Sie wurde herausgestellt als Lichtblick in der kargen schulischen Bildungslandschaft. „Besser als die Sieger“, „Eine Reformschule in Wiesbaden macht fast alles anders als die meisten Lehranstalten - und stößt damit in die internationale Pisa-Spitze vor“ so lauteten einige der zahlreichen Artikel. Seitdem gab Enja Riegel, ehemalige Schulleiterin, viele Interviews und die HLS wurde hoch diskutiert und besucht. Und immer wieder taucht in diesen Diskussionen das Wort Theaterspielen auf. “Unsere Schüler spielen Theater, sie haben damit weit weniger Unterricht als an einer Regelschule aber sie lernen für das Leben“ sagt Enja Riegel in einem Interview, weiter folgert sie: „Ich persönlich finde, dass Theaterspielen das Wichtigste an einer Schule überhaupt ist, weil es ganz viele Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen herausfordert, weil es eines der ernsthaftesten Dinge ist, die man überhaupt machen kann.“ Ist es also wirklich so, dass Theater spielen ‚klug’ macht? Eine Vergleichsstudie wie in der Musikerziehung von Bastian existiert für das Theaterspielen an Schulen leider noch nicht, aber die Erkenntnis, dass theaterspielen viele Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler stärkt ist unumstritten. Beim Theaterspielen geht es zunächst einmal darum ein Team zu bilden, zusammen und miteinander zu spielen, auch mit den Mitschülerinnen und Mitschülern, die der einzelne Schüler nicht mag oder die ein ganz anderes Leistungsniveau in den allgemeinen Schulfächern haben. Ohne ein gemeinsames Ziel und die Integration aller klappt das Theater spielen nicht. Gerade in unserer Gesellschaft, in der die Debatte von Vereinzelung und Individualisierung ganz aktuell ist, ist ein gemeinsames Erlebnis, in der trotzdem jeder Einzelne für das Gelingen der Sache wichtig ist notwendig. Das hat auch schon die Erlebnispädagogik erkannt und Theater spielen ist hierbei ein gemeinsames Erlebnis. Joachim Reiss (Vorsitzender des Bundesverbandes Darstellendes Spiel (BVDS) und Leiter des Schultheaterstudios Frankfurt (Theaterpädagogisches Zentrum) unterteilt bei den Lernfeldern in das Lernen von Kenntnissen: zum einen die Ästhetische Kenntnis (Kenntnis über die Zeichensysteme des Theaters und die Fähigkeit sie wahrzunehmen, zu beurteilen, zu diskutieren und anzuwenden auf Theatralität im Alltag), die Künstlerische Kenntnis (Gestaltung, Analyse, Formbewusstsein), die individuelle Kenntnis (Wahrnehmung, Kreativität, Persönlichkeitsentwicklung, ganzheitliche Forderung und Förderung aller Sinne, Selbstwahrnehmung, -bewusstsein und –vertrauen, verbale und körpersprachliche Kommunikationsfähigkeit, Experimentierfreude usw.) und schließlich die soziale Kenntnis (Teamfähigkeit, Toleranz, Durchsetzungsvermögen usw.). Für den großen Pädagogen Hartmut von Hentig steht fest: 'Ich traue mir die Einrichtung einer Bildungsansprüche befriedigenden Schule zu, in der es nur zwei Sparten von Tätigkeiten gibt: Theater und Science. Es sind die beiden Grundformen, in denen sich der Mensch die Welt aneignet: subjektive Anverwandlung und objektivierende Feststellung. So wie sich das eine auf alle Verhältnisse erstreckt, die sich versachlichen lassen, so das andere auf alles, was sich vermenschlichen lässt. Beide zusammen können alles umfassen, was Menschen erfahren und wollen, können und wissen.' 'Theaterpädagogik bezeichnet den Grenzbereich zwischen Schauspiel und Pädagogik. In der Theaterpädagogik geht es vor allem darum, den Menschen das Medium Theater/ Schauspiel näher zu vermitteln.' Theaterpädagogik ist jedoch mehr als eine bloße Zusammenfügung aus Elementen der beiden Disziplinen Theater und Pädagogik, denn 'Theaterpädagogik erzieht nicht mittels Theater, sondern will von den Zwängen und Hemmnissen befreien, die sich zwischen uns und unseren Erfindungen, unserer Kreativität stellen'. Genau das ist auch das Konzept der Helene- Lange-Schule. Doch natürlich spielt hier der Aspekt des Lernens auf verschiedenen Ebenen, eine wichtige Rolle. „Auf Anfrage der Schule ist es nun amtlich: Die Testergebnisse liegen weit über den für die HLS erwarteten Leistungen. Denn die Bildungsforscher am Max- Planck-Institut, die in Deutschland die Pisa-Studie koordinieren, haben für jede teilnehmende Schule vorab ein mutmaßliches Ergebnis errechnet, ein Leistungsziel, das sich aus der Schulform, der jeweiligen Schülerschaft und anderen Faktoren ergibt. Die Wiesbadener haben die an sie gerichteten Erwartungen grandios übertroffen. Die Schülerinnen und Schüler sind am Ende der Klasse 9, was ihr Wissen und Können betrifft, um bis zu einem Jahr weiter als sie sein müssten. So schreiben die Berliner Bildungsexperten in einer Analyse für die Schulleitung: 'Der Mittelwert Ihrer Schule liegt bedeutsam über dem Wert, den Schulen mit vergleichbarer Schülerschaft erzielen.' Auch Enja Riegel gibt zu: „Bei den Tests TIMMS46 und PISA haben wir außergewöhnlich gut abgeschnitten. Eigene Überprüfungen bei unseren Schülern zeigen, dass sie sich sehr gut entwickeln. Wir überprüfen ganze Jahrgänge. 90 % unserer Schüler werden auch in den harten Fächern (Englisch usw.) besser.“ Das besondere theaterpädagogische Konzept dieser Schule wird das Gesamtangebot an unserer Schule sinnvoll und erfolgreich ergänzen. Auch hier haben wir über die TKA TanzKunstAkademie Zugriff auf namhafte Fachkräfte um diesen pädagogischen Ansatz sinnvoll umzusetzen.