Konzept

1. Vorwort
2. Warum eine TKA Grundschule in St. Georgen
3. Das Besondere an unserem Konzept
4. Was uns wichtig ist
5. Die pädagogischen Ideen/Grundlagen/Prinzipien
5.1 Wissenschaftliche Basis und Background
5.2 Beispiele aus der Praxis
5.3 Übergänge sanft gestalten
5.5 Die achtungsvolle Beziehung als Grundlage des Lernens
5.6 Die Bedeutung der Gruppe für die Kinder und das Lernen
5.7 Schul und Unterrichtsklima Schulhaus und Umgebung
5.8 Achtsamkeit im Hinblick auf die ideellen und materiellen Ressourcen
6. Lernverständnis
7. Übersicht über die Organisation des Schulalltags
8. Lehrplan/Lernfelder/Inhalte
9. Schulaufnahme/Beiträge


Was uns wichtig ist



Wir finden es wichtig, dass der Berücksichtigung von Kunst und Kultur in der Schule ein hoher Stellenwert eingeräumt werden muß. So gehören zu den besten Schulen in Deutschland, die sogar mit den besten Ländern bei der Pisa-Vergleichsuntersuchung konkurrieren können, gerade solche Schulen, in denen Musik, Tanz und Theater eine wichtige Rolle spielen. Hinzuweisen ist hier in erster Linie auf die inzwischen schon berühmte Helene-Lange-Schule, die schon acht Jahre vor dem Pisa-Test ihre erfolgreiche Schularbeit in einem Buch dokumentiert hat. Nicht zuletzt ist auf die erfolgreichen skandinavischen Länder hinzuweisen, bei denen ganz selbstverständlich die Künste in der Schule eine wichtige Rolle spielen. Es gibt viele weitere gute Gründe warum Schulen über eine lebendige Schulkultur verfügen sollten und in den Unterrichtsfächern künstlerische Fächer eine wichtige Rolle spielen sollten. Eine derartige unterstützende Argumentation liefert die Anthropologie. Man kann heute mit guten Gründen behaupten, dass menschliches Leben ohne Kunst kein vollständiges menschliches Leben ist. Im Eingangskapitel der ersten Pisa-Studie bezieht sich der Autor Jürgen Baumert auf die Humboldtschen „Modi der Weltbewegung“ unter denen der ästhetisch-gymnastische Weltzugang eine wichtige Rolle spielt und die in einem Schulcurriculum daher zu berücksichtigen wäre. Die guten Gründe für eine Berücksichtigung von Kunst nicht bloß im menschlichen Leben, sondern auch in einer Schule, die auf menschliches Leben vorbereitet, sind die Argumentationsbasis für die vielleicht wichtigste völkerrechtliche Festlegung über die Rolle von Spiel und Kunst. So heißt es in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, dass Kinder ein Menschenrecht auf Spiel und Kunst haben. Auch bei Befragungen von Kindern und Jugendlichen wird man gute Gründe für eine Berücksichtigung einer künstlerischen Praxis bekommen. Denn unter den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen finden sich immer Musik und Tanz. Es gibt also sehr viele gute Gründe dafür, warum man die Künste und warum man eine kulturelle Praxis als integrale Bestandteile des Schullebens berücksichtigen sollte, selbst wenn man lediglich eine Verbesserung der Pisa-Ergebnisse anstrebt.
Eine Aufgabe der TKA Grundschule ist es daher, die Kinder erfahren zu lassen,

- dass Lernen nicht nur in der Schulbank stattfindet, sondern dass es eine Vielzahl von Lernorten gibt – in der Schule und außerhalb der Schule

- dass zu einer umfassenden kulturellen und künstlerischen Ausbildung neben dem Erlernen eines Instrumentes auch das praktische Erfahren von Kunst an Theatern, Museen und sonstigen kulturellen Veranstaltungen gehört

- erfahren zu lassen, dass es unterschiedliche Menschen mit unter-schiedlichen Fähigkeiten gibt, und dass es normal ist, unterschiedliche Interessen zu haben, die verschieden sein können, aber dadurch nicht besser oder schlechter, sinnvoller oder unsinniger sind

- erfahren zu lassen, dass Lernen/Leben ein Prozess ist, der sich entwickelt und wandelt

- erfahren zu lassen, dass Kinder ein Recht auf Selbstbestimmung und ein Recht auf Hilfe bei der Ermöglichung von Selbstbestimmung haben

- erfahren zu lassen, dass jeder Einzelne etwas bewegen, verändern oder verhindern kann

- erfahren zu lassen, dass die sie umgebende Welt eine technische, politische und soziale Welt ist, die sich in ständigem Wandel befindet

- erfahren zu lassen, dass wir als Individuum immer auch Teil einer Gruppe sind

- erfahren zu lassen, dass sich jedes Kind als glücklichen Menschen erfahren kann, aber dass man für das Glück immer auch selbst verantwortlich ist

- erfahren zu lassen, dass man Schwierigkeiten gemeinsam meistern kann (Streitschlichtung, Krisenmanagement)

Die TKA Grundschule gibt den Kindern Hilfestellung und Anregungen um sich fortzuentwickeln und um positiv mit den Herausforderungen von Gesellschaft, Beruf und Leben umgehen zu können. Wir wollen die Kinder dabei unterstützen, die Leitplanken auf beiden Seiten des schulischen Weges zu entdecken und zu respektieren. Dazu gehören für uns insbesondere die Erfüllung des Mindestlehrplanes öffentlicher Grundschulen gemäß dem staatlichen Bildungsplan des Landes Baden-Württemberg sowie die Orientierung an diesem. Auch bei der Benotung orientieren wir uns von Anfang an am Benotungssystem der öffentlichen Schulen. Die künstlerischen Fächer werden dabei ebenfalls in die Benotung mit einbezogen. Dies bedeutet, dass auch wir in den ersten zwei Grundschuljahren Ziffernnoten durch Entwicklungsberichte ersetzen und erst in der dritten Klasse allmählich mit der Vergabe von Ziffernnoten beginnen. Die TKA Grundschule zeichnet sich gegenüber den staatlichen Grundschulen und anderen Freien Schulen durch folgende Besonderheiten aus, die dort entweder so nicht oder nicht in dieser Kombination zu finden sind.

- Individualunterricht unter Berücksichtigung aller multiplen Intelligenzen

- Lernen und Lehren unter Berücksichtigung der individuellen Fähigkeiten und des individuellen Tempos der Kinder. Dies geschieht u.a. auch durch Einzelunterrichte in den Kernfächern

- Der Schwerpunkt des Lebens und Lernens liegt auf der Förderung des selbstbestimmten und selbstorganisierten Lernens, wobei der Entwicklung und Ausbildung in kulturellen und künstlerischen Bereichen besondere Bedeutung beigemessen wird

- Das besondere Raumkonzept und die Lage TKA Grundschule bietet einen einzigartigen Lern- und Lebensraum um den Schulalltag mit vielfältigen Themen zu bereichern, die über die verbindlichen Lehrplanthemen hinausgehen

- Die Eltern sind intensiv in das Schulleben eingebunden.